Privatbeteiligtenanschluss CORDIAL

Strafanzeige gegen Organe der CORDIAL wegen des Verdachts des schweren Betrugs – Privatbeteiligtenanschluss

Strafanzeige

Am 31.10.2017 wurde hinsichtlich der CORDIAL ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung zu 17 S 118/17b des Landesgerichts Linz eröffnet. Wie aus ihren Jahresabschlüssen ersichtlich ist, war die CORDIAL allerdings nicht erst im Jahr 2017, sondern bereits viele Jahre bzw. sogar Jahrzehnte vor dieser Insolvenzeröffnung buchmäßig erheblich überschuldet. So wies bereits der Jahresabschluss der CORDIAL zum 31.12.2001 ein negatives Eigenkapital von ATS ‑70.937.952,08 (ca. EUR ‑5.155.262,00) auf, das sich in den Folgejahren stetig erhöhte und im Jahresabschluss für das Jahr 2015 einen Betrag von EUR ‑45.695.577,63 (!) erreichte.

Im Jahresabschluss der CORDIAL zum 31.12.2016 wies das negative Eigenkapital zwar „nur“ mehr einen Betrag von EUR -14.646.080,37 auf; diese Verringerung des negativen Eigenkapitals resultierte allerdings einzig und allein aus einem Forderungsverzicht der Hauptgläubigerin (und „Großmutter“-Gesellschaft) Imperial GmbH & Co KG gegenüber der CORDIAL in der Höhe von EUR 37,6 Mio. durch Abschluss einer Zinsenfreistellungs- und Besserungsvereinbarung vom 20.12.2016 mit Wirkung zum 31.12.2016.

Um eine Insolvenzeröffnung über die CORDIAL zu vermeiden, gab die Imperial GmbH & Co KG allerdings bereits lange vor dieser Zinsenfreistellungs- und Besserungsvereinbarung mehrfach Patronatserklärungen sowie Rangrücktrittserklärungen zugunsten der CORDIAL ab. So ist bereits im Jahresabschluss der CORDIAL zum 31.12.2003 erstmals von einer Patronatserklärung der Imperial GmbH & Co KG in Höhe von EUR 3,5 Mio. die Rede, die auch in den Jahresabschlüssen für die nachfolgenden Jahre 2004 bis 2009 jeweils als einer der Gründe für das Nicht-Vorliegen einer rechnerischen Überschuldung angeführt ist.

Am 22.6.2016 erfolgte mit Wirkung zum 31.12.2015 eine Erweiterung einer Rangrücktrittsvereinbarung auf einen Betrag von nunmehr EUR 37,6 Mio. Zeitgleich mit dieser neuerlichen Erweiterung der Rangrücktrittsvereinbarung am 22.6.2016 gab die Imperial GmbH & Co KG auch eine (neuerliche) Patronatserklärung zugunsten der CORDIAL in Höhe von EUR 2 Mio. ab. Am 20.12.2016 wurde zwischen der CORDIAL und der Imperial GmbH & Co KG schließlich die bereits erwähnte Zinsenfreistellungs- und Besserungsvereinbarung über einen Betrag von EUR 37,6 Mio. abgeschlossen. Zusätzlich zu diesem Forderungsverzicht wurde am 16.8.2017 von der Imperial GmbH & Co KG offenbar auch eine neue Rangrücktrittserklärung zugunsten der CORDIAL in Höhe von EUR 6.690.314,38 abgegeben.

Ohne diese von der Imperial GmbH & Co KG seit dem Jahr 2003 abgegebenen bzw. von dieser mit der CORDIAL abgeschlossenen Patronatserklärungen, Rangrücktrittsvereinbarungen und Zinsenfreistellungs- und Besserungsvereinbarung wäre die CORDIAL aufgrund des sich laufend erhöhenden negativen Eigenkapitals schon vor etlichen Jahren insolvenzrechtlich überschuldet bzw. insolvenzreif gewesen. Die Patronatserklärungen, Rangrücktrittsvereinbarungen sowie insbesondere auch die Zinsenfreistellungs- und Besserungsvereinbarung dienten ganz offensichtlich allein dem Zweck, die CORDIAL künstlich „am Leben zu erhalten“. Durch Abgabe der Erklärungen und Abschluss der Vereinbarungen ermöglichten der Erst- und die Zweitverdächtige der CORDIAL, trotz des durchgehend hohen negativen Eigenkapitals und der buchmäßigen Überschuldung keinen Insolvenzantrag stellen zu müssen.

Eine Insolvenz der CORDIAL hätte dazu geführt, dass das bereits dargestellte Geschäftsmodell der CORDIAL sowie insbesondere der CORDIAL Ferienclub nicht mehr weitergeführt hätte werden können. Insbesondere hätten im Fall einer Insolvenz der CORDIAL keine weiteren Interessenten mehr Urlaubspunkte erwerben können, wodurch dem Imperial/CORDIAL-Konzern erhebliche Einnahmen entgangen wären. Die von der Imperial GmbH & Co KG über einen Zeitraum von beinahe 15 Jahren (!) laufend abgegebenen Patronatserklärungen und mit der CORDIAL abgeschlossenen Rangrücktrittsvereinbarungen hatten somit offensichtlich den Zweck, das Geschäftsmodell der CORDIAL am Laufen zu halten und dadurch weiterhin „Investitionen“ von Interessenten kassieren zu können.

Den potentiellen Interessenten des CORDIAL Ferienclubs wurde – trotz desaströser Finanzlage – vorgemacht, dass es sich bei der CORDIAL um ein solventes und prosperierendes Unternehmen handeln würde und dass insbesondere die Investition in CORDIAL-Urlaubspunkte werthaltig seien. In Wahrheit war die CORDIAL jedoch faktisch hoch verschuldet, nicht mehr „lebensfähig“ und wurde lediglich durch die erwähnten Patronatserklärungen und Rangrücktrittsvereinbarungen künstlich am Leben erhalten. Bei Kenntnis all dessen wären die Privatbeteiligten freilich nicht dazu bereit gewesen, dem CORDIAL Ferienclub beizutreten und durch Zahlungen (de facto wertlose) Urlaubspunkte zu erwerben.

Im Auftrag von 112 geschädigten Inhabern von Beherbergungs- und Punktekorbverträgen habe ich am 28.05.2019 bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Anzeige gegen Organe der CORDIAL und der Abschlussprüferin und gegen die Abschlussprüferin als Verband wegen des Verdachts des schweren Betrugs erstattet.

Für alle genannten Personen und Verbände gilt die Unschuldsvermutung.

Privatbeteiligtenanschluss

Sie können sich diesem Strafverfahren als Privatbeteiligter über den Verein Cobin Claims anschließen. Der Privatbeteiligtenanschluss unterbricht die Verjährung. Geltend gemacht werden jene 46% der anerkannten Forderung, die Sie im Sanierungsverfahren der CORDIAL als Forderungsausfall erleiden. Der Privatbeteiligtenanschluss wird mit einem Pauschale von EUR 140,00 verrechnet. Nach Übermittlung der unterzeichneten Vollmacht und der Belehrung nach Fern- und Auswärtsgeschäftsgesetz an Cobin Claims werde ich den Privatbeteiligtenanschluss für Sie erklären.

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